Wahlprogramm 2020

Energieverbrauch reduzieren / Klimaschutz verstärken – Energieleitplan für Wenzenbach umsetzen !

Umweltschutz und Klimaschutz wird in den nächsten Jahren nicht nur in der Umsetzung und finanziell die Kommunen belasten, sondern sie auch organisatorisch herausfordern. Das Aufzeigen der Möglichkeiten, das Potential vor Ort, Fördermöglichkeiten und die Koordination der Schnittstellen wird ohne professionelle Hilfe nicht möglich sein. Die CSU fordert den Einstieg in ein Energie- und Umweltmanagement-Regelwerk, das auf Kommunen zugeschnitten ist. Für Wenzenbach bietet der Energieleitplan eine hervorragende Grundlage.

Energieleitplan schon seit Ende 2013

Der Energieleitplan (ELP) für Wenzenbach, von den CSU-Gemeinderäten nachdrücklich gefordert und vorgelegt von der Energie-Agentur Regensburg im September 2013, enthält umfangreiche Beschreibungen/Analysen und ein Bündel von Empfehlungen (S.96 ff. vor allem zu Struktur/Organisation eines Kommunalen Energiemanagements/KEM, S.101 ff. zu Einzelmaßnahmen, S.114 zur Priorisierung der Aktionen).

Es stellt sich die Frage, warum dieser äußerst inhaltsreiche und mit aussagekräftigen Handlungsempfehlungen versehene ELP bislang nicht / kaum beachtet worden ist (übrigens ähnlich wie die Verkehrsuntersuchung aus dem Jahr 2012). In der Juli-Ausgabe 2019 des Amtsblattes stellt Bürgermeister Koch zwar einige Maßnahmen zum Thema Nachhaltigkeit dar. Das sind aber eher Selbstverständlichkeiten, von einer konsequenten Abarbeitung des ELP kann keine Rede sein. Wir fordern deshalb die baldige konkrete Behandlung des ELP im Gemeinderat, speziell des Abschnitts auf S.114: „Empfehlungen – Zusammenfassung und Priorisierung“, und danach die konsequente Abarbeitung der einzelnen Themen.

Nach unserer Meinung ist der ELP zweifellos eine Art Energiekonzept. Kochs Plan, ein Fachbüro mit der Erstellung eines Energiekonzepts für Wenzenbach zu beauftragen, ist deshalb überflüssig. Auch die Idee, die Gemeinde durch die Dena (Deutsche Energie-Agentur) zertifizieren zu lassen, halten wir für unnötig. Es wäre wieder einmal ein langwieriges Verfahren mit umfangreichen Erhebungen und somit viel Aufwand abzuwickeln, wofür das geringe „Preisgeld“ sicher keine ausgewogene Entschädigung sein kann. Nach unserer Auffassung bietet der ELP ausreichend Daten und Hinweise, wie einschlägige Maßnahmen wirkungsvoll und relativ rasch eingeleitet werden können. Man muss nur anpacken wollen!

Kommune als Initiator

Im Energieleitplan von 2013 wurde in Bezug auf den Gesamtwärmebedarf der Wohngebäude in Wenzenbach von 91.006.818 kWh/a festgestellt, dass eine Einsparung von 47% möglich wäre. Dies stellt ein enormes Potential dar und sollte proaktiv angegangen werden. Das Angebot von Beratungsgutscheinen seitens der Gemeinde kann nur ein Baustein sein und reicht bei weitem nicht aus. Im Rahmen eines Energiemanagements muss eine genaue Analyse durchgeführt werden, wo und wie viel Potential vorhanden ist. Die Eigentümer können dann gezielt angesprochen und zu Informationsveranstaltungen eingeladen werden. Mit Aufzeigen von Möglichkeiten zur Einsparung und Förderung, mit Umsetzungs- und Finanzierungsbeispielen werden mehr Bürger überzeugt als mit den derzeitigen Aktivitäten. Ein Sanierungsfachtag vor Ort in Wenzenbach mit Behörden, Firmen, Banken und Architekten kann viel Überzeugungsarbeit leisten.

Teilaspekte Rathaus und Schulen

Nach ELP S.102 weist das Rathaus Wenzenbach einen um 42% höheren Energieverbrauch auf als der vergleichbare Durchschnitt (Verwaltungsgebäude u.ä.). Besonders auffällig ist der hohe Wärmeverbrauch.

Uns ist nicht bekannt, dass zu diesem Aspekt etwas geplant oder veranlasst worden ist. Auch nicht bei den doch beachtlichen Umbaumaßnahmen, die in den letzten Monaten durchgeführt worden sind. Also müssen einschlägige Maßnahmen umgehend geprüft und durchgeführt werden.

Weitere „Energiefresser“ im öffentlichen Bereich sind nach dem ELP besonders die Schulgebäude: Grundschule Irlbach, Grundschule Wenzenbach, Mittelschule.

Bei der Mittelschule, die noch von den Gemeinden Wenzenbach und Bernhardswald gemeinsam getragen wird, steht die energetische Sanierung im Rahmen einer Generalsanierung schon seit Langem auf der Agenda. Dabei geht es vor allem um den Ersatz der noch strombetriebenen Heizung und um Energiereduzierungsmaßnahmen an und in den Gebäuden.

Bezüglich der Grundschulgebäude, die alle der Gemeinde Wenzenbach gehören, fordern wir baldige Untersuchungen über Möglichkeiten zur Energiereduzierung.

Wärmerückgewinnung

Nahezu jedes Unternehmen produziert zusätzlich zum Tagesgeschäft auch Heizwärme, und vor allem in Gewerbe und Industrie fällt häufig Prozesswärme an: Beide Bereiche können beim Energiesparen helfen. Abwärme, vor allem bei industriellen Prozessen, bietet großes, ungenutztes Potential zur Energieeffizienz und rückt daher immer mehr in den Fokus bei der Effizienzplanung. Die Sparmöglichkeiten reichen von „beachtlich“ bis „enorm“: So bringt eine Wärmerückgewinnung von beheizter Gebäudeluft eine Heizkostenersparnis von 20-30 Prozent. Ebenso wie in Dienstleistungs- oder Bürogebäuden kann es sich lohnen, die Abwärme einer Werkstatt oder einer Produktionshalle zu nutzen. Je nach Gebäude und Unternehmen kann sich eine Investition in eine Wärmerückgewinnung innerhalb weniger Jahre amortisieren. Die CSU will mit dem Gewerbeverband vor Ort in Wenzenbach einsteigen.

Straßenbeleuchtung

Mit der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf die LED-Technik wurde endlich ein richtiger Schritt in neue Technologien gemacht. Die CSU will in Wenzenbach den nächsten Schritt in Richtung Energieeinsparung gehen. Wir müssen die Digitalisierung für uns nutzen und unsere Straßenbeleuchtungen mit einer intelligenten Zeitschaltung auf den Bedarf abstimmen. Gemeindeverbindungsstraßen wie nach Probstberg müssen nicht von abends bis morgens voll ausgeleuchtet werden.

Neue Technologien prüfen

Wärmegewinnung oder Stromerzeugung aus Abwässern ist eine weitere ergänzende Möglichkeit, den CO2 Ausstoß zu reduzieren. Wir haben mit dem Vorsitzenden des Abwasserzweckverbandes (AZV), Fritz Dechant, gesprochen. Die Nutzung ist zwar in durchleitenden Bereichen wie Wenzenbach und Regenstauf nicht optimal, trotzdem sollten wir diese Nutzung prüfen. Momentan wird diese Technologie nur in Klärwerksbereichen eingesetzt. Der AZV würde nach einer Besichtigung der laufenden Anlage in Straubing in die Grundsatzdiskussion einsteigen.

Gleiches gilt für die Stromerzeugung aus Gülle. Auch hier hat der ELP ein Handlungsfeld aufgezeigt. Leider ist diese Idee nicht weiter verfolgt worden. Eine Prüfung wäre mit Sicherheit sinnvoll. Bei einer Anlage mit einer innovativen Lösung zur Beseitigung der Klärabfälle hätte man außerdem einen weiteren Beitrag zur Nitratreduzierung auf den Feldern erreicht.

Optimierung der Biodiversität – „Wenzenbach blüht auf“

In Anlehnung an die Initiative der bayerischen Staatsregierung zum Thema Klimaschutz sieht die CSU Wenzenbach auch in unserer Gemeinde noch viel Potential. Die CSU setzt sich explizit für den Erhalt unserer Heimat ein und möchte deswegen auch dem Thema Biodiversität mehr Gewicht verleihen. Beispielsweise wird dem Insekten- und Artenschutz nur unzureichend Gewicht beigemessen, obwohl die Umsetzung solcher Maßnahmen beileibe kein Hexenwerk darstellt. Wir fordern deshalb ein Umdenken im Sinne und zum Schutz der heimischen Tier- und Pflanzenwelt. So könnten etwa geeignete gemeindeeigene

• Verkehrsinseln

• Straßenrandbegrenzungen – insb. innerorts, z.B. etwa im Baubaugebiet „Roither Berg“

• oder Straßen- und Ackerbegrenzungen

ohne viel Aufwand zu Blühflächen umgewandelt werden. Intelligente Lösungen, wie z.B. sog. Blühmischungen zur Anlage von z.B. Bienenweiden, kommen in anderen Städten und Gemeinden längst zum Einsatz. Sie steigern die Biodiversität zum Wohle von uns allen. Die CSU Wenzenbach möchte hier Vorreiter sein im Sinne unseres Mottos „Wenzenbach blüht auf“.

Luftreinhaltung durch mehr Bäume und Verwendung von Holz als Baustoff

Bäume produzieren nicht nur Sauerstoff, sondern sie reinigen die Luft auch. Ferner speichern Bäume das klimaschädliche Kohlendioxid. Unsere Wälder dienen zudem als riesige Filteranlagen für den Trinkwasserschutz. Im Rahmen der Auswahl geeigneter neuer und bestehender gemeindeeigener Flächen möchte sich die CSU für die Luftreinhaltung und dem Trinkwasserschutz in Wenzenbach einsetzen. Auch hier möchten wir Vorreiter in der Region sein und unsere Verantwortung gegenüber der Bevölkerung wahrnehmen.

Deshalb fordern wir die

• Anpflanzung neuer, klimastabiler Einzelbäume auf öffentlichen Flächen – inner- wie außerorts

• den Umbau des (kleinen) gemeindeeigenen Waldbestandes in einen naturnahen, klimastabilen Mischwald,

• und, dass aber im Zusammenhang mit der schon lang bestehenden Forderung der CSU nach Grundstückskäufen (Tausch, Ausgleich usw.) auch Waldbestände betrachtet werden müssen.

Da bei der Verwendung von Holz CO2 gespeichert wird, fordern wir außerdem, dass bei öffentlichen Bauaufträgen verstärkt der klimaneutrale Baustoff Holz zum Einsatz kommt. Darum ist die CSU-Fraktion auch für die Holzständer-Bauweise beim neuen Kinderhaus eingetreten.

CSU

Impressionen von der CSU-Nominierungsveranstaltung zur Landratskandidatur von Rainer Mißlbeck am 15. Juli 2019 in Neutraubling

Foto: R. Mißlbeck 2019

CSU

Impressionen von der CSU-Nominierungsveranstaltung zur Bürgermeisterkandidatur von Bernhard Pielmeier am 10. Juli 2019 in Wenzenbach

Foto: B. Pielmeier 2019